Neues Projekt der Lebenshilfe Hamburg

In Hamburg leben zunehmend mehr Menschen mit einer eigenen oder einer vererbten Flucht- oder Migrationserfahrung. Das prägt die Stadt und die Gesellschaft und auch die Arbeit und die Angebote der Lebenshilfe Hamburg. Viele Klient*innen der Lebenshilfe haben eine Migrationserfahrung. Über die Beratungsarbeit des Projektes ZuFlucht Lebenshilfe erhalten viele geflüchtete Menschen mit Behinderung Kontakt zur Lebenshilfe Hamburg.

Aufgrund von sprachlichen oder kulturellen Barrieren finden Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung bisher allerdings nur begrenzt Zugang zu Selbsthilfe. Selbsthilfe hat in Deutschland eine lange Tradition, in vielen Ländern aber ist sie unbekannt. Aufgrund verschiedener Hürden wie Sprachbarrieren und kultureller Unterschiede nehmen Menschen mit Migrationserfahrung daher Angebote der Selbsthilfe bislang kaum wahr.

Am 1. Januar 2019 startete das Projekt „Kultursensible Selbsthilfe“ in der Lebenshilfe Hamburg. Das neue Projekt will die Entwicklung zu einer kultursensiblen Selbsthilfe, zum Empowerment von Betroffenen und zu einem Angebot für alle vorantreiben. Die Aktion Mensch fördert das Projekt für drei Jahre. Das Projekt unterstützt Personen, Institutionen und Organisationen, die kultursensible Selbsthilfegruppen aufbauen wollen. Innerhalb der Lebenshilfe Hamburg werden eigene Angebote organisiert und das Thema Selbsthilfe im Kontext von Flucht, Migration und Behinderung konzeptionell weiterentwickelt. Das Projekt wendet sich an Menschen mit verschiedenen Formen von Behinderung und Migrationserfahrung und an ihre Angehörigen, um diese besser an Selbsthilfeangebote anbinden zu können und spezifische Barrieren abzubauen.

Was bedeutet kulturelle Sensibilität?

Kulturelle Sensibilität bezeichnet das wertfreie Anerkennen kultureller Unterschiede und Ähnlichkeiten. Das heißt, Unterschiede und Ähnlichkeiten werden anerkannt, ohne ihnen einen Wert zuzuordnen: weder positiv noch negativ, weder besser oder schlechter, weder richtig noch falsch. Kultursensible Selbsthilfe zielt darauf ab, einen gleichberechtigten Zugang zum Selbsthilfesystem zu ermöglichen und die interkulturelle Kompetenz der Selbsthilfegruppen weiterzuentwickeln.

Selbsthilfeangebote für Menschen mit Behinderung und Migrationserfahrung

Am 27. März 2019 fand das erste Selbsthilfeangebot für Menschen mit Behinderung und Migrationserfahrung und ihren Angehörigen statt. An dem gemeinsamen Frühstück nahmen elf Gäste teil, dazu die Sprachmittler*innen und Projektmitarbeitenden. Das Treffen war erfolgreich: Die Beteiligten haben sich kennengelernt, zusammen gegessen, über das Thema Selbsthilfe gesprochen und gemeinsam erste Ideen entwickelt. Die Teilnehmenden wünschen sich so schnell wie möglich ein erneutes Treffen. Das fand nach dem Ende des Ramadans am 7. Juni, ebenfalls beim gemeinsamen Frühstück, statt. Es werden regelmäßig Treffen stattfinden, wann, entscheiden die Teilnehmenden selbst. Genaue Termine finden Sie deshalb auf der Webseite der Lebenshilfe Hamburg. Nehmen Sie auch gerne mit uns Kontakt auf.

Gesa Müller und Abdulkarim Shkees sind für das Projekt Kultursensible Selbsthilfe in der Lebenshilfe zuständig. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zum Projekt haben oder Personen kennen, die Interesse an den Selbsthilfeaktivitäten haben, sprechen Sie uns gerne an.

Foto: Gesa Müller

Gesa Müller
E-Mail: Gesa.Mueller@LHHH.de
Telefon: (040) 689 433 – 19

Foto: Abdulkarim Shkees

Abdulkarim Shkees
E-Mail: Abdulkarim.Shkees@LHHH.de
Telefon: (040) 689 433 – 19