Auf unserer Mitgliederversammlung am 16. Oktober hat der Vorstand die stellvertretende Geschäftsführerin Helga Schacht offiziell in den Ruhestand verabschiedet – mit großem Dank und viel Wertschätzung für fast 30 Jahre, in denen sie die Lebenshilfe Hamburg mit ihrem Engagement geprägt hat. Beim anschließenden Empfang nutzten Mitglieder und langjährige Weggefährtinnen und Weggefährten die Gelegenheit, sich persönlich von ihr zu verabschieden.

Es wurde herzlich, emotional und an manchen Stellen auch ein wenig wehmütig. Denn nach so vielen gemeinsamen Jahren fällt der Abschied nicht leicht.

Auch unser ehemaliger Geschäftsführer Axel Graßmann und seine Nachfolgerin Natascha Dönges haben sich Gedanken zu den fast 30 Jahren mit Helga Schacht gemacht und erinnern an die gemeinsame Zeit:

 

„Manchmal beginnt eine besondere Geschichte ganz unscheinbar. So war es auch bei Helga Schacht.

Im Dezember 1996 bewarb sie sich auf eine Verwaltungsstelle bei der Lebenshilfe. Ihre Ausbildung im Bereich Sozialmanagement neigte sich gerade dem Ende zu. Große Erwartungen oder weitreichende Pläne hatte sie damals, wie sie einmal erzählte, eigentlich nicht. Es war zunächst einfach eine Bewerbung auf eine interessante Stelle.

Am 1. März 1997 begann Helga, gerade 35 Jahre alt geworden, ihre Tätigkeit als Leiterin des Betreuungsdienstes bei der Lebenshilfe. Was damals vermutlich niemand ahnte: Aus dieser Bewerbung sollte eine fast 30-jährige Geschichte werden, in der sie nicht nur die Entwicklung der Lebenshilfe begleiten, sondern diese maßgeblich mitgestalten würde.

2008 übernahm Helga zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Leiterin des Betreuungsdienstes kommissarisch die Geschäftsführung. In einer Zeit des Umbruchs, als die damalige Geschäftsführerin ausschied, stellte sie sich der Verantwortung und sorgte dafür, dass die Arbeit weitergehen konnte. Ab 2010 war sie schließlich neben der Leitung des Betreuungsdienstes auch stellvertretende Geschäftsführerin.

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 30 Jahre leitete Helga den Betreuungsdienst und 18 Jahre lang war sie ein tragender Teil der Geschäftsführung. Doch so beeindruckend diese Zahlen auch sind, sie erzählen längst nicht alles über das, was Helga und ihre Arbeit ausgemacht haben.

Denn bei all ihren Aufgaben, den organisatorischen Herausforderungen, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten hat sie eines nie aus den Augen verloren: die Menschen, für die die Lebenshilfe Verantwortung übernommen hat.

Helga hatte immer einen besonderen Blick für diejenigen, die Unterstützung benötigen. Sie hat immer wieder daran erinnert, worum es bei der Arbeit der Lebenshilfe eigentlich geht.

Natürlich waren die fast 30 Jahre nicht immer einfach. Es gab schwierige Zeiten, große Herausforderungen und Momente, in denen die Lebenshilfe sogar kurz vor der Insolvenz stand. Der damalige Vorsitzende war plötzlich nicht mehr da und vieles war ungewiss. In einer solchen Situation hätten andere vielleicht den einfacheren Weg gewählt und wären gegangen.

Für Helga war das keine Option.

Sie hat sich der Situation gestellt, Verantwortung übernommen und weitergemacht. Nicht, weil es einfach war, sondern weil ihr die Lebenshilfe und die Menschen dahinter am Herzen lagen. Gerade in schwierigen Zeiten hat sie gezeigt, was es bedeutet, für eine gemeinsame Idee einzustehen.

Und wenn man eine Eigenschaft besonders hervorheben müsste, dann ist es ihr großes Herz. Ein Herz, das sie für die Lebenshilfe, für die Menschen, die begleitet und unterstützt werden, und für die Kolleginnen und Kollegen geöffnet hat. Helga hat Menschen nicht nur als Fälle, Aufgaben oder Zuständigkeiten gesehen. Sie hat sie als Menschen gesehen. Mit ihren Bedürfnissen, ihren Sorgen und ihren ganz eigenen Geschichten.

Für all das sagen wir von Herzen Danke!“